Bürgerbeteiligung in der Rundfunkaufsicht gesetzlich verankern
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte Sie, sich für eine Reform der Aufsichtsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einzusetzen. Die Menschen sollen nicht nur zur Finanzierung verpflichtet sein, sondern auch einen unmittelbaren und wirksamen Zugang zur Kontrolle der Institutionen erhalten.
Mir ist bewusst, dass der Rundfunkbeitrag nach geltendem Recht nicht automatisch eine Mitgliedschaft oder ein individuelles Wahlrecht begründet. Gerade deshalb fordere ich eine ausdrückliche gesetzliche Regelung. Die Selbstverwaltung bei Sozialversicherungsträgern und Kammern zeigt, dass institutionelle Mitwirkung rechtlich gestaltet werden kann.
Mein Ziel sind Aufsichtsgremien, deren Sitze durch ein unabhängiges Bürgerverfahren besetzt werden: mit offenen Kandidaturen, unmittelbarer Wahl, gleichberechtigtem Zugang und verbindlicher Vielfaltssicherung. Politische Ämter oder Verbandsfunktionen sollen keinen reservierten Sitz begründen. Eine bloße Parteimitgliedschaft soll Bürger nicht pauschal ausschließen.
Die Beteiligung darf nicht auf die Inhaber von Beitragskonten beschränkt sein. Auch Mitbewohner, befreite Menschen und junge Perspektiven müssen angemessen einbezogen werden. Die konkrete Wahlordnung soll Staatsferne, gesellschaftliche Vielfalt und faire Zugangschancen sichern.
Die gewählten Vertreter brauchen echte Stimm-, Kontroll- und Informationsrechte. Öffentliche Kandidatenprofile, offengelegte Interessenbindungen, nachvollziehbare Entscheidungen und Regeln gegen Interessenkonflikte sollen ihre Arbeit überprüfbar machen. Ein unverbindlicher Zusatzbeirat wäre dafür nicht ausreichend.
Diese Reform soll die Rundfunkfreiheit stärken. Sie darf weder staatliche Einflussnahme noch Weisungen an einzelne Redaktionen ermöglichen. Minderheiten und weniger organisierte Gruppen müssen geschützt werden; bloße Mehrheitsmacht ersetzt keine Vielfaltssicherung.
Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie dieses Ziel unterstützen, welche Änderungen der einschlägigen Landesgesetze und Staatsverträge Sie dafür anstoßen wollen und welche konkreten Schritte Sie für eine öffentliche Beratung des Vorschlags vorsehen.
Ich bitte um eine inhaltliche schriftliche Antwort. Der Hinweis auf vorhandene Programmbeschwerden beantwortet die Frage nach unmittelbarer institutioneller Mitwirkung nicht.
Mit freundlichen Grüßen
[Name und gegebenenfalls Anschrift ergänzen]